Das 1973 gegründete Unternehmen Marc Cain ist heute eine weltweit operierende Premium-Marke für Damenmode mit eigenem Produktionsanteil in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt fast 1000 Mitarbeiter. Mit seiner Positionierung im Preissegment für hochwertige Damenmode hat Marc Cain ruinösen Wettbewerbskämpfen widerstanden und seinen Markt sogar beträchtlich erweitert. 210 Marc Cain Stores, 292 Shop-in-Stores, 397 Depotkunden und weitere 1087 gehobene Fachhandelsgeschäfte in 61 Ländern charakterisieren die selektive Distributionsstrategie.

Hohe Investitionen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit

Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit wurden zuletzt rund 82 Millionen Euro in Verwaltung, Produktion sowie Forschung und Entwicklung investiert. Allein 35 Millionen Euro flossen in ein hochmodernes Logistikzentrum. Im Zuge dieser Investitionen galt ein beträchtlicher Posten auch dem Bau einer neuen Energiezentrale am Stammsitz des Unternehmens in Bodelshausen, unweit von Tübingen.

Nahwärme statt Fernwärme

2015 wurde die bisherige Fernwärme­versorgung eines ortsansässigen Energieversorgers gekündigt und stattdessen eine eigene Heizzentrale mit einem angeschlossenen Nahwärmenetz gebaut. „Die Versorgung durch Fernwärme hat nicht so funktioniert, wie das unseren Planungen und Vorstellungen entsprochen hätte“, erklärt Harald Scherm, der bei Marc Cain für die Haustechnik zuständig ist. „Daher fiel zusammen mit dem Neubau des Logistikzentrums auch die Entscheidung für ein eigenes Nahwärmenetz“, so Scherm weiter. Dieses Netz versorgt den kompletten Marc Cain Campus mit einer gesamten Nutzfläche der Gebäude von über 55000 Quadratmetern.

Primärenergie aus Biomasse

Um die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu erfüllen, dass bei einem Neubau zur Wärmeerzeugung 25 Prozent regenerative Brennstoffe und Energien eingesetzt werden müssen, hat sich Marc Cain gleich für die Primärenergie Biomasse entschieden. „Gegenüber Hackschnitzeln erwies sich die Verwendung von Pellets als wartungsfreundlicher“, begründet Harald Scherm die Entscheidung für den Einsatz von Holzpellets als Brennstoff. „Ein weiterer Vorteil“, so Scherm, „war die Lieferung aller Komponenten von Viessmann aus einer Hand.“

Vollautomatischer Holzpelletkessel deckt die Wärmegrundlast

Im Grundlastbetrieb sorgt ein Holzpelletkessel Vitoflex 300-UF mit einer Leistung von 950 Kilowatt für Heizwärme und warmes Wasser. Selbsttätige Funktionen für Brennstoffzuführung, Ascheaustragung und eine pneumatische Heizflächenreinigung ermöglichen den vollautomatischen Betrieb des Kessels. Spitzenlasten deckt ein Gas-Brennwertkessel Vitocrossal 300 ab. Für die Bevorratung einmal erzeugter Wärme wurden vier Heizwasser-Pufferspeicher mit insgesamt 20000 Litern installiert. Warmwasser kommt aus einem Vitocell 100-V mit 300 Litern Inhalt.

Der Holzpelletkessel Vitoflex 300-UF wird vollautomatisch betrieben und sorgt mit einer Leistung von bis zu 950 Kilowatt für Heizwärme und Warmwasser.
Neben der Photovoltaikanlage mit 450 Kilowatt Peak sorgt das Mini-Blockheizkraftwerk Vitobloc 200 EM-20/39 für die Strom- und Wärmeversorgung des Unternehmens-Stammsitzes.

Fünf Tonnen Pellets pro Tag

Das Pelletlager fasst 160 Tonnen, von denen pro Tag bis zu fünf Tonnen verbraucht werden. Ein Zyklonfilter und ein elektrostatischer Filter halten sämtliche Schwebteile im Abgas zurück.

BHKW und PV zur Stromerzeugung

Für eine Unabhängigkeit von öffentlichen Energieversorgern hat Marc Cain ein Blockheizkraftwerk Vitobloc 200 EM-20/39 und eine Photovoltaik-Anlage mit 450 kW installiert. Das Mini-Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von bis zu 20 Kilowatt wurde als Kompaktmodul betriebsbereit angeliefert und konnte deshalb bereits nach kurzer Zeit in Betrieb genommen werden.

Der Gas-Brennwertkessel Vitocrossal 300 (Typ Cr3B) ist für eine Leistung bis 787 Kilowatt ausgelegt und dient als Spitzenlastkessel. 

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Jahrgang 2017