Der fundamentale Wandel der Energiemärkte und der anhaltende Trend hin zu ganzheitlichen, strombasierten Heiz- und Lüftungsystemen zählen zu den wichtigsten Zukunftsthemen, mit denen sich die Heiztechnikbranche auseinandersetzen muss. Um Energiewende und Digitalisierung erfolgreich bewältigen zu können, sind innovative technische Lösungen und Dienstleistungen erforderlich. Wie diese aussehen können, erfuhren die rund 200 Teilnehmer beim 1. Viessmann Innovationsforum.

In seiner Begrüßung bezeichnete CEO Joachim Janssen die Herausforderungen von Energiewende und Digitalisierung als „Jahrhundertwandel“. Er unterstrich, dass das politische Ziel eines CO2-neutralen Gebäudebestands bis 2050 nur dann erreicht werden kann, wenn die Sektoren Wärme, Strom und Mobilität zusammenwachsen. In der Praxis führe dies zu einer Vernetzung der Komponenten, also zum Beispiel von Photovoltaikanlage, Wärmepumpe oder Lüftung. Ohne Digitalisierung sei dies nicht zu bewältigen, so Janssen. „Wir wollen Sie, unsere Marktpartner, bei der Bewältigung dieses Wandels unterstützen und gemeinsam mit Ihnen die neuen Chancen nutzen.“

Chancen und Perspektiven des digitalen Wandels

Welche Chancen ganz konkret mit der Digitalisierung verbunden sind, zeigte Maximilian Viessmann auf. Er machte deutlich, wie konsequent erfolgreiche Start-ups diese nutzen und was viele von ihnen gemeinsam haben: Sie kommen ohne Vermögenswerte aus, sind Risikokapital-finanziert und entwickeln unter Nutzung skalierbarer, bereits vorhandener Technologien neue, plattformorientierte Geschäftsmodelle. 

Ausschlaggebend für diese Entwicklung seien fünf Treiber, sagte Maximilian Viessmann: höhere Bandbreiten und der leichte Zugang zum Internet, mobile Endgeräte mit hoher Rechenleistung, cloudbasierte Dienste, die problemlose Auswertung großer Datenmengen und die Nutzung künstlicher Intelligenz. Unterm Strich führe dies zu einer neuen Form von Innovation: Statt der bisherigen, inkrementellen Weiterentwicklung basieren Start-ups vor allem auf disruptiven Innovationen – statt „Dinge besser machen“ gehe es um „Dinge anders machen“.

"Die Dinge anders machen": Maximilian Viessmann zeigt in seiner Keynote Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung auf.

Politische Themen

Im Anschluss an die Keynote von Maximilian Viessmann ging es mit politischen Themen weiter. Andrea Filz, Referentin im Bundesumweltministerium, gab einen Überblick über den Sachstand zum Gebäudeenergiegesetz und ging auch auf die Bedeutung für die Praxis ein. Markus Kaufmann von der KfW-Bankengruppe schilderte im Anschluss Fördermöglichkeiten für innovative Heiztechnik.

Entwicklungen in der Heiztechnik

Weitere Schwerpunkte der Veranstaltung waren die Entwicklung der Heiztechnik, Best-Practice-Beispiele sowie Workshops zu Themen wie „Electricity and Heat“, „Innovationen bei Luft/Wasser-Wärmepumpen“, „ViCare Smart Climate“ oder „Digitale Hilfen zur Kundengewinnung und Auftragsbearbeitung“.

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