Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Wir brauchen wirtschaftliche Rahmenbedingungen, bei denen der Mittelstand prosperiert. Dann schaffen wir Wachstum und dann entstehen Jobs. Dies sagte einst Dieter Hundt, langjähriger Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Was damals galt, gilt bis heute. Mittelständische Unternehmen sind der Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft: Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Mittelständler. Sie erwirtschaften mehr als die Hälfte der Wertschöpfung, stellen fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und rund 82 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze bereit.

Kleine und mittlere Unternehmen sind die Triebfeder einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung. Sie sind unverzichtbar für Wachstum, Beschäftigung und Innovation. Langfristige und verlässliche Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und anderen Partnern spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Unternehmen. Für diese Stärke wird Deutschland weltweit eine große Anerkennung entgegengebracht, gerade auch in Russland.

Auch für die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen ist der Mittelstand das Rückgrat – 90 Prozent der in der Russischen Föderation tätigen deutschen Unternehmen sind kleine und mittlere oder familiengeführte Unternehmen.

Ich freue mich daher sehr darüber, dass sich mit Viessmann ein weiteres deutsches Unternehmen entschlossen hat, einen Produktionsstandort in der Russischen Föderation zu eröffnen und die Chancen dieses großen Marktes noch umfassender zu nutzen. Ich wünsche dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern viel Erfolg und alles Gute!

Die feierliche Werkseröffnung im Juni dieses Jahres steht stellvertretend für die zahlreichen positiven Meldungen rund um die Entwicklung unserer gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen. Denn nach wirtschaftlich schwierigen Jahren stehen die Zeichen wieder auf Wachstum – der Handel zwischen Deutschland und Russland dürfte im laufenden Jahr zweistellig zulegen. Mit Blick auf den Modernisierungsbedarf der russischen Wirtschaft, nicht zuletzt im zukunftsträchtigen Feld der Energieeffizienz, haben deutsche Unternehmen beste Voraussetzungen diese positive Entwicklung für sich zu nutzen und weiter zu stärken.

Zur Person

Rüdiger von Fritsch (Jahrgang 1953) ist seit 2014 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Moskau. Er wurde in Siegen (Westfalen) geboren und studierte Geschichte und Germanistik. Nach verschiedenen Stationen im Auswärtigen Amt leitete Botschafter von Fritsch von 1999 bis 2004 den Planungsstab im Bundespräsidialamt. Ab 2004 war er Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes und anschließend Leiter der Wirtschaftsabteilung des Auswärtigen Amtes und G8-Sous Sherpa. 2010 bis 2014 war er deutscher Botschafter in Warschau.

Rüdiger von Fritsch, deutscher Botschafter in Russland.
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Jahrgang 2017