Es geht um höchste Energieeffizienz bei geringsten Energiekosten, um Unabhängigkeit von Versorgungsunternehmen und um einen gesteigerten Eigenverbrauch selbst erzeugten Stroms: Themen, die nicht nur die Schlagzeilen der Medien bestimmen, sondern auch die aktuellen Diskussionen in den Branchen beleben, die mit ihren Geschäftsmodellen im Bereich Energie Umsätze erzielen. Dabei ist es vor allem der Innovationstreiber Digitalisierung, der die Anforderungen der Endkunden, aber auch die Lösungsangebote von Industrie und verarbeitendem Handwerk beflügelt. Nichts scheint unmöglich, immer intelligentere Technik vereinfacht die Kommunikation zwischen den Menschen und revolutioniert Visualisierung und Steuerung – ganz gleich ob im Smart Home oder in der digitalisierten Fertigung, in der dann auch die Maschinen miteinander Daten austauschen. So rechnet die Deutsche Telekom damit, dass der in wenigen Jahren etablierte, neue Funkstandard 5G rund 50 Milliarden Dinge weltweit miteinander vernetzen wird.

Für uns Menschen ändert sich der Zugang zu den digitalen Systemen. War es gestern noch die Wischtechnik auf dem Smartphone, die die Bedienung völlig veränderte und kinderleicht machte, geht die Reise jetzt in Richtung Gestensteuerung und vor allem Sprachsteuerung als Schnittstelle zum eigenen Haus, zum Auto oder zum Lebensmittellieferanten. Für nahezu alle Branchen ist mit dieser Entwicklung ein dramatischer Strukturwandel verbunden. Die Suchintensität bei Google ist ein guter Gradmesser dafür: Gibt man den Begriff „Smart Home“ ein, kommen in weniger als einer Sekunde 129 Millionen Ergebnisse. Und beim Stichwort „Industrie 4.0“ werden mehr als 19 Millionen Treffer angezeigt.

Die Digitalisierung mit neuen Geschäftsideen, neuen Technologien und neuen Produkten bietet immense Chancen. Nun kommt es darauf an, Lösungen zu entwickeln, damit diese genutzt werden können. Wichtige Anforderungen kommen aus dem endkundennahen Bereich – Stichwort Sektorkopplung: Energieerzeugung und -verbrauch sollen möglichst intelligent gesteuert werden, um die Ziele höchster Effizienz bei geringsten Kosten für die Bereiche Wärme, Strom und Mobilität zu erreichen. Dafür können die Wohnung, das Haus oder auch ganze Quartiere mit smarten Energiemanagementsystemen verknüpft werden.

Fokus auf Strom

Mit dem neuen Geschäftsbereich PV+E-Systeme baut Viessmann das Engagement im Bereich Photovoltaik und Elektrosysteme aus. Das Unternehmen geht damit nicht nur auf den Trend zum Energieträger Strom ein, sondern greift auch regulatorische Veränderungen durch politische Zielvorgaben und gesetzliche Rahmenbedingungen auf.

So gibt die europäische Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) für den Neubau ab 2020 den Niedrigstenergie-Standard vor. In Deutschland wird die Brüsseler Richtlinie durch die erneute Verschärfung der Energie-Einsparverordnung (EnEV) umgesetzt.

Die Nutzung von Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage macht unabhängiger von der öffentlichen Stromversorgung.

Energiemanagement für Wärmepumpe, PV und Stromspeicher

Viessmann bietet beispielsweise Systemlösungen aus effizienten Luft/Wasser-Wärmepumpen, Photovoltaikanlage und Stromspeicher. Die in diesem Jahr neu eingeführte Baureihe von Luft/Wasser-Wärmepumpen in Split- und Monoblockbauweise setzt durch besonders leise Betriebsgeräusche und ihr anspruchsvolles Design Maßstäbe. So liegt zum Beispiel der Schalldruckpegel von nur 35 dB(A) bereits bei nur drei Metern Abstand vor.

Bei der Systemlösung wird die Wärmepumpe mit Strom von der Photovoltaikanlage betrieben. Sie vervielfacht den Energieertrag der Solarmodule, indem sie aus einer Kilowattstunde Strom rund das Vierfache an Wärme für Wohnraumbeheizung und Trinkwassererwärmung erzeugt. Den Überschussstrom von der Photovoltaikanlage bevorratet der Stromspeicher. So können in den Abend- und Nachtstunden die Wärmepumpe, Beleuchtung und andere elektrische Geräte mit dem tagsüber selbst erzeugten Strom betrieben werden. Lediglich zur Deckung von Bedarfsspitzen muss noch Strom aus dem Netz bezogen werden. Damit lassen sich die Ausgaben für Strom aus dem öffentlichen Netz sowie für Wohnraumbeheizung und Warmwasserbereitung deutlich reduzieren. Durch das dahinter liegende Energiemanagementsystem wird schließlich eine transparente und übersichtliche Darstellung von Energieflüssen, Verbrauch und Kosten für ressourcenschonenden Betrieb erreicht.

Mit Photovoltaikstrom betriebene Wärmepumpe, Stromspeicher und Heizwasser-Pufferspeicher.
Betrieb einer Split-Wärmepumpe und einer zentralen Wohnungslüftung mit ‧Photovoltaikstrom.

Digitalisierung für mehr Service

Die Konnektivierung der Anlagen ist Grundvoraussetzung für neue Services, die sowohl dem Endkunden als auch dem Fachhandwerker zur Verfügung stehen. Mittels einfacher Plug & Play-Installation können heute alle Geräte der 200er- und 300er-Baureihen von Viessmann mit dem Internet verbunden werden. Der Anlagenbetreiber wird damit in die Lage versetzt, Temperaturen oder individuelle Heizzeiten ganz einfach per Smartphone einzustellen. Darüber hinaus hat der Fachhandwerker nach vorheriger Freischaltung durch den Anlagenbetreiber die Möglichkeit, die Betriebsparameter des Heizsystems online einzusehen, um frühzeitig Servicebedarf zu erkennen und Einsätze planen zu können. Ebenso ist es möglich, die Betriebsparameter direkt zu ändern.

Effizienzsystem mit Brennstoffzellenheizung, PV und Stromspeicher

Wirtschaftliches Energiesystem: Kraft-Wärme-Kopplung, Photovoltaik, Stromspeicher und E-Mobil.

Für viele Anlagenbetreiber gibt es einen weiteren Grund, auf ein vernetztes System zu setzen. Mehr als 90 Prozent Autarkie vom öffentlichen Stromnetz können erreicht werden, wenn die Kombination aus innovativem Brennstoffzellen-Heizgerät und Photovoltaik‧anlagen mit Viessmann Stromspeichern installiert wird. Das Brennstoffzellen-Heizgerät erzeugt Strom, der im Haus genutzt werden kann. Die dabei gleichzeitig anfallende Wärme wird für Heizung oder Trinkwassererwärmung genutzt. Bei höherem Wärmebedarf schaltet sich der in den Geräten integrierte Gas-Brennwertkessel automatisch hinzu. Photovoltaikmodule bieten Leistungen bis zu 300 Wp pro Modul. Damit reichen schon etwa 20 m2 Photovoltaik-Modulfläche aus, um den Strombedarf eines durchschnittlichen Haushalts im Jahr zu decken. Der Stromspeicher bevorratet den aktuellen Überschussstrom des Brennstoffzellen-Heizgeräts oder der Photovoltaikanlage für die Deckung späterer Strom-Verbrauchsspitzen. So wird der Eigenstromverbrauch maximiert und der Zukauf von Netzstrom minimiert. Ist der Stromspeicher vollständig geladen, kann weiterer Eigenstrom entweder für die Ladestation eines Elektrofahrzeugs genutzt oder als Überschussstrom gegen Vergütung in das öffentliche Netz eingespeist werden. 

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Jahrgang 2017